7. Tag: Orsonnes – Moudon

Geschlafen habe ich nicht so gut, was einerseits an einer hartnäckigen Mücke lag, andererseits an Didi’s Schnarchen und auch am starken Wind der  irgendwann in der Nacht einsetzte und laut an den Fenstern rüttelte.
Beim Frühstück waren auch 2 Schwestern dabei, die uns ein bisschen von dem Orden hier erzählten. Sie selber waren auch nur zu Besuch und für Exerzitien hier.
Der Wind hielt den ganzen Tag an, was das Laufen teilweise anstrengender machte als es eh schon war.

Trotzdem kamen wir gut voran und erreichten gegen 16 Uhr den Campingplatz in Moudon. Kaum war das Zelt aufgestellt, begann es erst einmal zu regnen und wir machten so lange ein Nickerchen. Als es wieder freundlicher aussah, machte wir einen Spaziergang in die Stadt um noch etwas zu Abend zu essen. Leider war das gar nicht so einfach, da hier viele montags geschlossen haben. Trotzdem fanden wir schlussendlich ein Restaurant und genossen Spaghetti und Pizza.


6. Tag: Fribourg – Orsonnes

Wir sind im Regen gestartet, aber bald wurde es wieder besser. Der Tag war dann abwechselnd sonnig und bewölkt, was bewirkte, dass ich die Sonne nicht so ernst nahm. Am Abend hatte ich dann einen leichten Sonnenbrand.
Der Weg ging viel zwischen Feldern, wenig Wald. Wir trafen eine Pilgerin, die etwa unser Tempo hatte und gingen zeitweise zusammen. Sie hatte dann auch unser Ziel am Abend, die Monastère de Notre-Dame Fatima, ein vietnamesisches Kloster. Wir waren sehr gespannt, was uns dort erwarten würde. Von den Mönchen haben wir nicht viel gesehen. Später erfuhren wir, dass sie viel arbeiten und weniger reden.
Wir bekamen ein Zweibettzimmer, das zwar altbacken eingerichtet aber sauber war.
Sogar bekocht wurden wir. Viel Reis, Fleisch und Blumenkohl. Vorher noch eine Nudelsuppe, hinterher als Nachtisch eine grosse Schüssel Mirabellen.
Da wir wieder 25 km gegangen waren heute, waren wir recht müde und fielen schon um 21 Uhr ins Bett.


5. Tag: Fribourg

Der Ruhetag heute hat eigentlich genau reingepasst. Meine Beine spüre ich immer noch ganz schön und ich habe heute etwas die Etappen umgeplant, so dass wir eher im 20 km-Bereich bleiben.
Vormittags war ich alleine in der Stadt, aber das war mir zu langweilig. So habe ich mich zu Didi gesetzt und bissl Schreibkram und Planung erledigt. Als er dann mit seiner Arbeit fertig war, sind wir Pizza-Essen gegangen. Anschliessend begaben wir uns zum Fluss hinunter, denn es gibt da einen ganz interessanten Brückenmulti, der uns am viele schöne Plätze in Fribourg geführt hat.

So sind wir heute doch fast 10 Kilometer gelaufen.
Rechtzeitig zum Abendessen waren wir wieder in der Jugendherberge. Heute haben wir ein anderes Zimmer als gestern, da durch die Überbelegung ein Umzug nötig war.


4. Tag: Heitenried – Fribourg

Die heutige Etappe war kürzer geplant, nur etwa 15 km bis Fribourg. Das kam mir sehr entgegen, merkte ich doch, wie sehr die 25 km von gestern noch zu spüren waren.

Zunächst gab es aber in der Herberge ein wunderbares Frühstück und eine herzliche Verabschiedung. Ich kann nur jedem empfehlen, hier zu übernachten.

Der Weg war dann zwar nicht wirklich anstrengend, aber es war schon früh recht heiss, so dass es doch sehr schlauchte.
In Fribourg mussten wir dann erstmal ganz ins Tal und dann wieder steil bergauf. Aber ein hübsches Städtchen ist es allemal.
Zuerst suchten wir die Jugendherberge auf. Ich hatte schon vor ein paar Wochen versucht, dort für uns zu reservieren, bekam da Info dass sie völlig ausgebucht seien. Nun wollten wir auf gut Glück mal nachfragen, ob nicht vielleicht doch etwas zu ergattern sei. Wir waren 2 Stunden zu früh dran, aber die Herbergsmutter schaute zum Fenster hinaus und meinte, ein Bett wäre nur noch frei. Didi fragte, ober auch auf der Isomatte wo schlafen könne, was bejaht wurde. So bekamen wir doch noch eine Unterkunft, die nicht so teuer war. Auch Abendessen durften wir dort. So liessen wir den Tag gemütlich ausklingen.


3. Tag: Burgistein – Heitenried

In der Nacht regnete es wieder, hat richtig geprasselt auf dem Zeltdach. Die zweite Nachthälfte war aber trocken, so dass wir nicht die selben Probleme wie in Gwatt hatten.
Kurz vor 8 Uhr konnten wir losziehen. In Riggisberg frühstückten wir gemütlich in einem schönen Konditoreicafé. Nachdem wir noch in der Kirche einen Stempel für unseren Pilgerausweis bekamen, ging es weiter.
Der Weg verlief gemächlich bergan bis Rüeggisberg, dann wieder ein gutes Stück bergab. Der heutige Tag war wieder sehr sonnig und zu Mittag dann fast unerträglich heiss, da wir vor Schwarzenburg lange in der Hitze laufen mussten.
Einmal ging es einen steilen Waldweg hoch, der mit dem Wheelie nur schwer zun  befahren gewesen wäre. So blieb Didi auf der Strasse und ich lief den Pfad entlang. Später, weiter vorn, trafen wir uns dann wieder.
In Schwarzenburg tranken wir ein kühles Mineralwasser und schafften so noch den letzten Abschnitt bis Heitenried, der uns noch ganz schön zum Schwitzen brachte, da er erst weit ins Tal führte und auf der anderen Seite dann wieder hinauf. Sehr gefallen hat uns, dass schöne Jakobswegweiser aufgestellt waren, die die Vorfreude auf die Herberge noch vergrösserten.
Die Herberge selber ist wirklich Klasse! Es sind noch 3 andere Pilger da und wir sind wunderbar bekocht worden. Es entspannen sich wirklich interessante Gespräche und auch jetzt gerade sitzen die Männer noch draussen am Tisch und philosophieren. Ich werde mich gleich wieder zu ihnen setzen und mich wieder einklinken.


2. Tag: Gwatt – Burgistein

Heute morgen wurde ich durch das Geräusch von Regentropfen geweckt. Es hatte in der Nacht begonnen zu regnen und ich machte mir Gedanken, ob wir das Zelt überhaupt würden trocken abbauen können.
Es wurde hell und als gerade eine Regenpause war, weckte ich Didi und sagte ihm, dass wir uns nun beeilen müssten, damit das Zelt – und vor allem das Innenzelt – trocken abgebaut werden konnte.
Wir hatten ausser dem Zelt schon alles eingepackt, da begann es wieder zu regnen.Also hiess es warten, bis wieder eine Regenpause kommen würde. Das dauerte eine Weile, aber schliesslich hatten wir doch Glück. Das Überzelt war zwar tropfnass, aber das Innenzelt nahezu trocken.
Auf den Stress hin gönnten wir uns noch ein Frühstück im Campingplatzrestaurant, denn inzwischen war es schon 8 Uhr.
Endlich konnten wir dann losziehen. Meine Stimmung war auf dem Nullpunkt, besserte sich aber mit der Zeit.

Auf dem Bild nicht ganz ersichtlich aber in echt sah das richtig mystisch aus.

Der Regen hielt noch fast 2 Stunden an, ab da wurde es aber besser. Sobald es nur noch nieselte zogen wir unsere Regenponchos aus und liefen so weiter. Zwischendurch versuchte ich es mal mit Schirm, den ich, trotz vorheriger Skepsis, mitgenommen hatte. Ich muss sagen, ich verstehe nun die Regenschirmfraktion aus dem Pilgerforum etwas besser, denn es lief sich damit ganz angenehm.
Leider dauerte die Euphorie nicht allzu lange, denn ich machte den Fehler den Schirm, nachdem ich ihn nicht mehr brauchte, auf dem Wheelie festzustecken. Er muss sich dann irgendwann unbemerkt gelöst haben, denn er war auf einmal weg. So werde ich das Regenschirmgefühl auf diesem Weg wohl nicht mehr geniessen können.
Ansonsten war der Weg ein ständiges auf- und ab. Einige Teerstrassen, die unsere Füsse schnell ermüden liessen. Am Ende noch ein starker Anstieg bis nach Burgistein, wo wir auf dem Campingplatz übernachten wollten. Wir wurden dort sehr nett begrüsst von einem gemütlichen älteren Herren, der diesen Platz mit seiner Frau zusammen führt. Es gefällt uns dort wirklich sehr gut.
Das Überzelt war tropfnass, als wir es herausholten. Wir breiteten es erst einmal auf der Wiese aus und ich war erstaunt, wie schnell es trocken wurde, obwohl die Sonne nicht schien. Die schwülwarme Luft reichte schon.
Für morgen Abend haben wir heute noch in der Pilgerherberge in Heitenried reserviert, denn dort möchte ich unbedingt übernachten!


1. Tag: Neuhaus – Gwatt

Bis Mitternacht ging die Böllerei noch, dann war einigermassen Ruhe. Trotzdem konnte ich nicht gut schlafen, weil mich einerseits Kopfweh plagte und mir andererseits ein knautschbares Kissen fehlte. Der ausgestopfte Schlafsackbeutel war entweder zu hart oder zu flach…
Naja irgendwie brachte ich die Nacht rum und als es heller draussen aussah wachte auch Didi auf und wir packten zusammen. So kamen wir schon um 7:20 Uhr los.

Der Niesen hat uns eine ganze Weile begleitet

Gefrühstückt hatten wir noch nicht, aber das holten wir bei der Beatushöhle nach.

Erster Härtetest für unser Wheelie und für Didi

Dort war um die Zeit natürlich noch kein Betrieb und so konnten wir sie leider nicht besichtigen.

Die Wege um die Höhle herum waren alle geteert, obwohl es Waldwege waren. Drum waren wir froh, als wieder normale Wege auftauchten. Ansonsten war der Weg heute durchweg sehr schön, viel im Wald.

Traumhafte Sicht vom Katzenstein aus über den Thunersee

Einen anderen Pilger haben wir heute auch getroffen. Er ist aber schneller als wir unterwegs und wollte bis hinter Amsoldingen. Uns reichte als erste Etappe erst mal bis Gwatt, zumal es nachmittags recht heiss wurde.
Dort bekamen wir noch ein Plätzchen für unser Zelt, am Empfang sagte man uns, dass nur noch Platz für Rad- und Fusspilger hier wäre.
Bei hereinbrechender Dunkelheit spazierten wir noch am See entlang Richtung Thun. Dort wurde gerade ein schweizer Musical aufgeführt. Die dort aufgebaute Wirtschaft nutzten wir, um noch etwas zu trinken.
Nun sind wir aber sehr müde und  hoffen auf eine bessere Nacht als gestern. 🙂