5. Tag: Rapperswil – Einsiedeln

17,1 km

Der Keller war gar nicht so schlecht, denn es war – im Gegensatz zu oben – schön kühl dort und ruhig. Bis auf die Wasserspülungen, die stets bei uns herunterrauschten.

Gegen 6 Uhr sind wir aufgewacht und hörten schon die anderen Pilger rumoren. So sind auch wir aufgestanden und haben nach einem einfachen Frühstück die Sachen gepackt. Schon jetzt in der früh war es warm und wir waren froh, so bald loszukommen.

Der erste Teil über die Holzbrücke war schön gemütlich, der Aufstieg zum Etzel dann wieder sehr kraftraubend. Trotzdem die zweite Hälfte wunderschön im Wald über Wurzelwege.

Oben belohnten wir uns mit einem (teuren) Apfelsaftschorle. Danach ging es immer wieder auf und ab bis nach Einsiedeln. Das letzte Stück zog sich noch, denn es war auf der Straße und die Sonne inzwischen gut warm.

Am Kloster fragten wir nach Unterkunft und bekamen die zwei letzten Betten. 🙂

Nachdem wir unsere Betten im dem 6er-Schlafraum gesichert hatten, saßen wir reichlich zu Mittag. Da mussten wir uns erstmal faul auf die Betten legen und verdauen. Bald schon kamen dann die anderen Pilger, die wir schon aus Rapperswil kannten.  🙂

Wir besuchten die Vesper, im der die Mönche sehr schön gesungen haben. Und bewunderten die Schwarze Madonna. Sie ist wunderschön und keine Kamera der Welt kann diese Schönheit einfangen …

Zum Kloster gehört auch ein Pferdestall, dem wir natürlich auch amgesehen haben. Sie haben sehr viele Pferde dort und wir schauten eine Weile bei einer Reitstunde zu, bis es um 18 Uhr Zeit für’s Abendessen war.

Der Himmel hat sich verdunkelt und man hört Donner grollen.  Es wird also über Nacht Abkühlung geben. Morgen stejt wieder eine längere Etappe an. Mal sehen, wie weit wir da kommen.  🙂

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4. Tag: Wattwil – Rapperswil

29,2 km

Wir mussten früh aufstehn, denn es gab schon um 6:30 Uhr Frühstück. Das war uns ganz recht, denn wir wollten eh früh los.

Der Berg war heute nicht mehr so furchterregend wie gestern und wir kletterten ihn tapfer hinauf. Im Kloster haben wir ein Pärchen kennengelernt, die auch auf dem Jakobsweg sind, aber das Gepäck transportieren lassen. Die beiden haben wir danach noch ein paarmal unterwegs getroffen. Auch einen weitern Pilger haben wir kennengelernt.  

Der Weg war heute wunderschön. Wie im Bilderbuch.  Nach dem Berg ging es fast nur noch sanft bergab. Zwar auch viel Asphalt, aber trotzdem angenehm. 

Nachdem wir in St. Gallenkappel zu Mittag gegessen hatten, beschlossen wir, bis Rapperswil durchzulaufen. Es war inzwischen ganz schön warm geworden und deswegen auch anstrengender als am Morgen. Vor allem an der Straße. Das letzte Stück verlief dann noch wunderschön im Wald.

An der Herberge angekommen, erfuhren wir, dass eigentlich schon voll war. Der Pilger, den wir vorher schon getroffen hatten verzichtete für uns auf seinen Platz und wir bekamen 2 Notbetten im Keller. 🙂

Nach dem Duschen brachten wir ein paar überflüssige Sachen zur Post. Das war ein ganz schöner Act, weil wir angeben mussten, was drin ist und was es Wert ist … und teuer war es dann auch. 😦

Nun stärken wir uns in einer Pizzeria und lassen den Abend ausklingen. 🙂


3. Tag: Schwellbrunn – Wattwil

20,5 km

Nach einem wunderbar hergerichteten und leckeren Frühstück brachen wir wieder auf. Es hatte in der Nacht geregnet und auch gewittert, deswegen waren die Wiesen noch nass. Da sie in der Schweiz aber immer gut geschnitten sind, war das kein Problem. Und heute mussten wir über sehr viele Wiesen wandern. Mal steil bergauf, mal steil bergab, mal einfach nur geradeaus. 😊

Alles in allem war es heute wunderschön, die Landschaft, das Wetter und auch die Anstiege hielten sich in Grenzen. Dafür gingen uns die Abstiege ganz schön in die Knie…

Als wir über eine der Kuhweiden gehen sollten, entdeckte ich einen (jungen?) Bullen, der uns ständig anstarrte, unter den anderen Rindern. Er stand direkt vor uns am Trampelpfad, den wir hätten nehmen sollen. Mir war sofort klar: An dem geh ich bestimmt nicht vorbei! So kraxelten wir am naheliegenden Waldrand erst mal in die Deckung der Bäume und dann über einen Zaun auf eine angrenzende Wiese. Der Wanderweg innerhalb der Kuhweide war glücklicherweise nicht lang, so dass wir bald wieder auf ihn abbiegen konnten.

In St. Peterzell kamen wir an einem kleinen Laden vorbei, in dem wir uns mit Vesper für den Tag eindeckten und auch gleich dort davon zu Mittag aßen. Die Kraft brauchten wir auch, denn es ging gleich danach wieder steilnach oben den Berg hinauf. Die anstrengenderen Passagen waren alle nur Trampelpfade über Wiesen, was alles noch eine Nuance schwerer machte.

Am Ende wurde wir jedoch belohnt, denn am höchsten Punkt vor unserem letzten Abstieg gab es noch ein Restaurant, auch einen Pilgerstempel bekamen wir angeboten, den wir natürlich nicht ablehnten.

Der letzte Abstieg ging nochmal gut in die Knie. Waren wir bisher noch unschlüssig gewesen, wie weit wir heute gehen wollen, so entschieden wir uns, doch lieber in Wattwil zu bleiben, denn über uns türmten sich dunkle Wolken auf und ich wollte nicht am nächsten Berg von Gewitter überrascht werden. (Bis jetzt, wo ich dies hier schreibe hat es aber noch nicht geregnet, auch wenn der Himmel wolkenverhangen ist). Und wir konnten auch den nächsten Berg von hier aus schon begutachten und er schüchterte und doch etwas ein. Heute wollten wir uns den nicht mehr zumuten.

Da wir langsam hungrig wurden, suchten wir uns erst einmal ein Restaurant. Eine einladende Pizzeria war leider geschlossen, aber weiter im Ort fanden wir ein gemütliches Lokal in dem wir uns satt essen konnten. Dort planten wir auch unsere Unterkunft. Ich entdeckte erst jetzt, dass es hier in Wattwil ein Kloster gibt, in dem man übernachten kann. Wir versuchten nach dem Essen dort unser Glück und wurden auch gleich freundlich empfangen. Wir bekamen ein uriges Zimmer zugewiesen. Nach dem Duschen wollten wir unsere Kleider in der Waschmaschine dort waschen, hatten aber so unsere Probleme mit dem Toplader… Erst rutschte die Plastikverpackung des Waschpulverpuks mit in den dafür vorgesehenen Behälter, dann ging die Halterung dafür nicht raus und wir mussten eeewig rumprobieren, dann machten wir dadurch Waschpulversauerei auf dem Boden und dann … vergaßen wir die Innentrommel vor dem Start zu schließen und es tat erst mal einen Schlag, als wir die Maschine anwerfen wollten.. *hust* Wir stoppten das Gerät wieder, schlossen die Trommel und dann konnten wir unsere Wäsche endlich dem Gerät überlassen. 😊

Danach stellten wir uns noch dem Hofwart vor, den wir leider etwas in Verwirrung brachten, da wir einen Teil der Übernachtung mit Euro bezahlen wollten. Schlussendlich hat aber alles geklappt und nun genießen wir den Abend in diesem wunderschönen alten Kloster. 😊


2. Tag: St. Gallen – Schwellbrunn

21,9 km

Die Nacht war ruhig und die Betten angenehm, aber wir haben nicht so gut geschlafen – ist halt nicht zu Hause . 🙂

Da es hier kein Frühstück gibt, sind wir erst einmal auf die Suche nach einem Bäcker gegangen, haben Geld geholt und suuuper leckere Schweizer Müsliriegel. Leider gibt’s die nicht bei uns. 😦  Muss bei Gelegenheit mal im Internet danach suchen.

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Anschließemd wollten wir noch in die Kathedrale, leider war gerade Gottesdienst und da darf man nicht hinein. Also machten wir uns auf unseren Weg. Wir wussten, dass es eine ganze Weile durch die Stadt gehen würde und waren deswegen nicht so sehr erfreut. Aber der Weg war ganz angenehm und ohne Steigungen bis kurz vor Herisau. Ab da ging es immer wieder ganz schön bergauf, was mich ganz schön schnaufen ließ. Mareike wartete derweil immer schon mal oben. 🙂

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Vor Herisau, in Bruggen, trafen wir einen Mann, der uns erzählte, dass er mit seiner Frau auch schon nach Genf gepilgert ist und im Herbst vor hat, von Genf ans Ende der Welt zu laufen. Er war so begeistert über uns, dass er uns noch Geld für eine Trinkpause zusteckte. 🙂

 

Wir hatten wieder wunderschöne Ausblicke und uns gefallen die Häuser in dieser Gegend sehr. Der schönste Ausblick war an einer alten Linde auf einem Berg, an der sogar eine Schaukel aufgehängt war – traumhaft!

 

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Mareike wäre zwar zunächst gerne noch weiter gelaufen, aber dann ließen wir doch die Vernunft walten und suchten uns in Schwellbrunn eine gemütliche Bleibe. Wir fanden ein B&B, das wunderschön eingerichtet ist!

Für’s Abendessen irrten wir erst etwas ziellos durch den Ort, weil das angepeilte Restaurant geschlossen hatte. Wir gingen dann in eines (Gasthof Ochsen), das von außen nicht so toll ausgesehen hatte, das eine Metzgerei angeschlossen hatte, wo es auch ensprechend roch … Es gab dort aber richtig leckeres Essen und es ist in meinen Augen   recht empfehlenswert.

Nun genießen wir unseren Abend, das Wetter war den ganzen Tag sehr schön, nicht zuuu heiss und ein laues Lüftchen war oft zu spüren. Im Moment sieht es aus, als ob es bald regnen wird, malsehen. Eine Abkühlung über Nacht ist ja gar nicht so schlecht. 🙂


1. Tag: Friedrichshafen – St. Gallen

Ich bin wieder auf dem Weg und diesmal mit meiner Tochter Mareike. Es wird wieder durch die Schweiz gehen, diesmal mit Vrianten zum letzten Mal.

Mit dem Zug sind wir nach Friedrichshafen gefahren und von dort aus am See entlang nach Langenargen. Wir hatten erst Sorge, ob wir unser Schiff, das nur einmalam Tag fährt, rechtzeitig erreichen würden, denn in Friedrichshafen standen noch 12km am Wegweise und ich hatte mit 10 gerechnet…

Aber alles klappte wie am Schnürchen und das Schiff brachte uns nach Rorschach hinüber. Nun waren wir endlich auf dem ‚richtigen‘ Weg. 🙂

Das Wetter war angenehm sonnig und so war der leichte Anstieg gut zu meistern. Immer wieder konnten wir einen Blick zum See zurück werfen, der ein immer breiteres Panorama sehen ließ. Nach und nach jedoch spürten wir doch auch unsere Beine und die Rucksäcke. Das letzte Stück der Etappe war dann auch noch recht anstrengend. Erst nochmal eine gute Steigung und dann eeewig um St. Gallen herum. Wir waren am Ende doch ganz schön k.o.

An der Pilgerherberge angekommen war sie verschlossen und ich konnte auch nicht mit der angegebenen Nummer telefonieren. Mit Mareikes Handy funktionierte es dann aber und eine nette Frau kam und ließ uns herein. Wir sind die einzigen Pilger und auch sonst kehren nicht viele Pilger ein, erzählte sie. Sie zeigte und erklärte uns alles und so fühlten wir uns schnell heimisch.

Anschließend waren wir noch im Städtchen und haben uns im Al Capone lecker Abendessen gegönnt. 🙂

(Das Bilder-Hochladen dauert grade recht lang, drumlasse ich das mal. Muss mir überlegen, ob ich die erst hinterher einfüge oder per Hand ins Blog einfüge.)


Bermatinger Waldwiesenweg

Der Frühling hält uns nun schon so lange hin und ich scharre schon seit Wochen mit den Füssen und warte auf wärmeres Wetter, damit ich endlich wieder draussen die Sonne und die Natur erleben kann. Bei nasskaltem Wetter macht mich das einfach nicht an, weil man da dann nicht gemütlich wo sitzen und geniessen kann.

Heute hatte ich aber genug von der Warterei und beschloss eine kleinere Runde zu drehen. IMG_2130Vor ein paar Wochen schon hatte ich die Internetseite entdeckt, auf der die Premiumwanderwege vorgestellt werden und mir vorgenommen, ein paar davon auch mal zu erwandern.

Zum Aufwärmen sollte es der Bermatinger Waldwiesen Weg sein, nicht ganz 10 km und schnell zu erreichen.

Auf der Hinfahrt lugte mal kurz die Sonne heraus, hielt sich dann aber leider wieder sehr zurück. Wir sind die Strecke nicht in Pfeilrichtung sondern entgegen gelaufen, einfach weil mir das gefühlsmässig eher entgegen kam. Hinterher stellte sich heraus, dass die Wahl gar nicht so schlecht gewesen ist, denn wir hätten dann gleich zu Beginn sehr steil bergauf müssen.

So starteten wir in sanftem Auf und Ab durch die Weinberge und kamen bald auch in einen Wald.

IMG_2132Man merkte deutlich wie sehr sich die Natur noch zierte, Frühling zu vermitteln. Nur hier und da blühender Huflattich und Himmelsschlüssel. Über jede einzelne Blüte habe ich mich sehr gefreut. Der Wald jedoch steht noch still und schlafend, traut sich noch nicht so recht, befürchtet wohl noch immer, dass es wieder kalt wird …

Anfangs hat mir der Weg nicht so gefallen, das änderte sich aber ab dem Waldstück dann noch und wir haben diese kurze Wanderung sehr genossen. Nach 2 Stunden standen wir wieder am Auto und da wir uns nach etwas Warmen sehnten, kehrten wir auf der Heimfahrt noch in einem Café ein und stärkten uns mit heisser Schokolade und einem Stück Kuchen.

Unsere Beine haben wir schon etwas gespürt. Man merkt halt deutlich, dass wir lange nicht gelaufen sind und auch die täglichen Gassirunden fehlen.

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Eine lange Auszeit

Nun liegt das Jahr fast hinter uns und es hat uns doch recht gebeutelt.

Da unsere Hündin Cindy sehr krank war, war es uns nicht möglich auf Reisen oder Wandern/Pilgern zu gehen. Ohne sie loszulaufen erschien mir sinnlos … ihr fehlten einfach die Kräfte für längere Strecken.
Im August dann mussten wir uns von ihr verabschieden …

Nun schaue ich vorwärts ins neue Jahr und es ist wieder einiges geplant.

Zu Pfingsten wollen wir nach Südengland fahren und in den Sommerferien den Ökumenischen Pilgerweg unter die Wanderschuhe nehmen.

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