Archiv der Kategorie: Jakobsweg 2011

12. Tag: Nach Hause

Die Zugfahrt nach Hause dauerte 5 Stunden. Das lange Sitzen macht mich immer ganz kribbelig und so war ich echt froh, als sie beendet war. Das letzte Stück vom Bahnhof liefen wir nochmal mit geschulterten Rucksäcken, für dieses Jahr wieder das letzte Mal.

Aber in Gedanken plane ich schon an den Folgeetappen von Genf aus im nächsten Jahr … 😉

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11. Tag: Genf

Wir wachten gewohnt früh auf und begaben uns zum Frühstück. Auch hier wurde genau rationiert. Man konnte sich zwar nachholen, aber man musste seinen Rechnung zeigen, als Kontrolle, dass man auch wirklich Anspruch darauf hatte. Irgendwie fand ich es aber doch recht knauserig hier, ist das Angebot in den Jugendherbergen doch meist üppiger.

Heute war nur Sightseeing und Bummeln angesagt. Zunächst wanderten wir durch die Altstadt und schauten uns die Kathedrale an. Zunächst nur von aussen, weil wir einfach zu früh dort waren. So drehten wir noch einen Runde und suchten so lange ein paar Caches, bis wir sie dann auch von innen bestaunen konnten. Sie ist eher schlicht gehalten und nicht so pompös wie so manche andere.

Zu Mittag gegessen haben wir im „Mulino“, weil wir da auch schon in Fribourg gut gegessen hatten. Hier schmeckte mir aber der Salat nicht so gut wie dort, weil hier kein Balsamico dran war.

Nachmittags noch bisschen Mitbringsel-Bummel und Fahrkarten für morgen besorgt. Wir waren dann schon recht müde und ruhten uns den Rest des Nachmittags in der Juhe aus.


10. Tag: Rolle – Nyon – Genf

Die Nacht war trocken gewesen, aber recht kühl. Unter einem Baum das Zelt aufzuschlagen war auch gut gewesen, denn so hatte sich kein Tau auf dem Aussenzelt abgesetzt. Wir gingen alles gemütlich an, denn heute waren nur 16 km geplant bis Nyon. Den Rest wollten wir per Schiff nach Genf zurücklegen. So nutzen wir auch die Gelegenheit zu Frühstücken direkt auf dem Campingplatz.

Die Wanderstrecke war dann leider nicht so spannend. Es war recht warm und es ging meist auf Landstrassen zwischen Feldern und Weinbergen entlang. Wie auch schon gestern konnte ich hier mit den Wandersandalen besser laufen, als mit den Stiefeln. Obwohl nur 16 km zog es sich hin und wir waren froh, am frühen Nachmittag endlich Nyon erreicht zu haben. Da noch Zeit war, bis das Schiff abfahren würde, suchten wir ein Café und aßen dort noch gemütlich einen Kuchen.

Endlich war es dann Zeit für das Schiff. Ich war erstaunt, wie viele Leute hier ausstiegen, der Strom an Menschen nahm kein Ende… Eingestiegen sind dann nur ein paar Hand voll verglichen damit. 🙂

Die Schifffahrt war sehr schön, mit dem Alpenpanorama am südlichen Ufer. Immer wieder hob sich stolz der Mont Blanc von den anderen Bergen ab und thronte weiß über der Bergkette.

In Genf angekommen landeten wir mitten in einem Rummelplatz, der ringsum auf der Promenade aufgebaut war. Zunächst schlenderten wir etwas dort entlang, entschieden uns dann aber, erst einmal die Jugendherberge zu suchen, damit wir uns unserer Rucksäcke entledigen konnten. Die Juhe war schnell gefunden und auch gar nicht so weit weg, was mich doch freute. Jetzt nochmal irgendwo weit durch die Stadt zu schlappen wäre nicht so mein Ding gewesen. Die Herberge wurde recht effizient geführt. Kleine Zimmer, 6 Betten so dicht wie möglich, jeder seinen großen Safe vor der Zimmertür, weil im Raum eh kaum Platz für Gepäck gewesen wäre. Wir teilten es uns mit einem anderen Pärchen.

Nun endlich von unseren Lasten befreit, bummelten wir noch etwas durch Genf und aßen in einem kleinen Cottage-Restaurant eine Miniportion einer der Speisen, die auf der Karten ausgeschrieben waren. Es gab recht interessante Gerichte, jedoch war die Lokalität wohl eher auf Weingenuss ausgelegt, denn wie schon angedeutet, waren die Portionen sehr klein und nur als Zugabe zum Getränk gedacht. Trotzdem sehr lecker! 🙂

Auf dem Weg zurück zur Juhe holten wir uns an einem der Jahrmaktstände noch jeder eine Crêpe, weil das Loch im Bauch irgendwie noch nicht ganz geschlossen war. 😉


9. Tag: Lausanne – Rolle

Eigentlich wollten wir ja heute etwas langsamer tun, aber es wurden wieder 28 km. Auf halber Strecke waren wir schon fast so weit, ein Stück mit dem Schiff zu fahren, da wir dazu aber hätten 2 Stunden warten müssen, wanderten wir weiter. Der Weg führte viel entlang der Uferpromenaden oder schöne Uferwege. Wo man nicht am Ufer gehen konnte, ging es weiter oben durch Weinberge.
Wir machten recht oft Rast, weil wir unsere Füße und Beine von gestern noch spürten. Und so schafften wir es wirklich bis nach Rolle. Dort haben wir es uns auf dem Campingplatz am See gemütlich gemacht. 🙂


8. Tag: Moudon – Lausanne

Wir haben heute geschafft, was wir nie für möglich gehalten hätten! Wir sind 32 km gelaufen! Eigentlich wollten wir nur zum Zeltplatz bei Epalinges, behielten uns jedoch vor, eventuell weiter zu laufen oder gar mit dem Bus durch Lausanne zu fahren.

Nachdem wir schon um 13:30 Uhr an dem Campingplatz vorbei kamen, war klar: Wir laufen weiter.

Den Tag über gab es immer wieder Regenschauer, so dass es nicht sehr warm wurde. Auch die Steigungen hielten sich in Grenzen.

Lausanne

Die Kathedrale hatte noch offen, als wir ankamen. Ich hatte schon befürchtet, wir wären eventuell zu spät dran.
Von da aus war es noch ein gutes Stück zur Jugendherberge, aber auch das liefen wir tapfer bis zum Ende. Und wir waren erstaunt, dass wir eigentlich gar nicht so erledigt waren wie vermutet.
Sogar ein Abendessen haben wir dort noch bekommen.
Puh, wir waren heute von 8:00 bis 19:10 Uhr auf den Beinen. Da wir nur wenig Pausen eingelegt haben ca. 10 Stunden reine Laufzeit.
Nun liegen wir entspannt auf/in unseren Betten und geniessen den Abend. 🙂


7. Tag: Orsonnes – Moudon

Geschlafen habe ich nicht so gut, was einerseits an einer hartnäckigen Mücke lag, andererseits an Didi’s Schnarchen und auch am starken Wind der  irgendwann in der Nacht einsetzte und laut an den Fenstern rüttelte.
Beim Frühstück waren auch 2 Schwestern dabei, die uns ein bisschen von dem Orden hier erzählten. Sie selber waren auch nur zu Besuch und für Exerzitien hier.
Der Wind hielt den ganzen Tag an, was das Laufen teilweise anstrengender machte als es eh schon war.

Trotzdem kamen wir gut voran und erreichten gegen 16 Uhr den Campingplatz in Moudon. Kaum war das Zelt aufgestellt, begann es erst einmal zu regnen und wir machten so lange ein Nickerchen. Als es wieder freundlicher aussah, machte wir einen Spaziergang in die Stadt um noch etwas zu Abend zu essen. Leider war das gar nicht so einfach, da hier viele montags geschlossen haben. Trotzdem fanden wir schlussendlich ein Restaurant und genossen Spaghetti und Pizza.


6. Tag: Fribourg – Orsonnes

Wir sind im Regen gestartet, aber bald wurde es wieder besser. Der Tag war dann abwechselnd sonnig und bewölkt, was bewirkte, dass ich die Sonne nicht so ernst nahm. Am Abend hatte ich dann einen leichten Sonnenbrand.
Der Weg ging viel zwischen Feldern, wenig Wald. Wir trafen eine Pilgerin, die etwa unser Tempo hatte und gingen zeitweise zusammen. Sie hatte dann auch unser Ziel am Abend, die Monastère de Notre-Dame Fatima, ein vietnamesisches Kloster. Wir waren sehr gespannt, was uns dort erwarten würde. Von den Mönchen haben wir nicht viel gesehen. Später erfuhren wir, dass sie viel arbeiten und weniger reden.
Wir bekamen ein Zweibettzimmer, das zwar altbacken eingerichtet aber sauber war.
Sogar bekocht wurden wir. Viel Reis, Fleisch und Blumenkohl. Vorher noch eine Nudelsuppe, hinterher als Nachtisch eine grosse Schüssel Mirabellen.
Da wir wieder 25 km gegangen waren heute, waren wir recht müde und fielen schon um 21 Uhr ins Bett.