Archiv des Autors: Kieselchen

10. Tag: Lungern – Brienz

15 km

Auch zum Frühstück gab es leckere Überraschungen: Einen Porridge aus verschiednen Saaten und ein Hummus, das nicht aus Kichererbsen, sondern aus Bohnen war.

Heute lag wieder ein großer Ansteig auf den Brünig-Pass vor uns. Der Weg war jedoch wunderschön, etwas anstrengend, aber dann doch schneller zu Ende, als ich gedacht hätte. Jedoch zeigte es sich, dass es nach dem Pass nicht gleich wieder runter ging, sondern noch weiter hinauf. Ganz oben kamen wir an ein Wiesenareal das fast irisch anmutete. Es war wunderschön!

Der Abstieg ging dann lange Zeit recht steil hinunter, sodass und schon bald Beine und Knie weh taten. Aber auch diese Hürde meisterten wir tapfer.

Eigentlich hatten wir vorgehabt, noch einmal zu übernachten und morgen dann ein paar Stunden gen Interlaken zu laufen und dann nach Hause zu fahren. Inzwischen hatte wir uns aber entschieden, die Übernachtung zu sparen und ab Brienz gleich mit dem Zug heim zu fahren.

Und so sind wir nun wieder glücklich zu Hause und haben vor, unsere Pilgerschaft im nächsten Jahr, so es die gemeinsame Urlaubsplanung zulässt, ab Brienz weiter fortzusetzen. 🙂

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Nachtrag zum 9. Tag

Mit uns im Pilgerzimmer hat wieder das uns schon bekannte Pärchen übernachtet. Die haben das selbe Tempo wie wir und so begrüssen wir uns schon immer ganz erfreut, wenn wir uns wieder sehen. 🙂

Nach einem leckeren Frühstück brachen wir auf. Wir hatten zunächst vorgehabt, die Flüeli Ranft zu umgehen, verwarfen das aber an diesem Morgen, da mit den aufgetankten Kräften meist auch die Berge, die am Abend vorher noch so hoch und steil ausgesehen haben, plötzlich gar nicht mehr so unüberwindlich scheinen. Es war ein Klacks, noch einmal hinunter und auf der anderen Seite wieder hinaufzusteigen. Von nun an ging es meist bergab nach Sachseln und von da ab lange am See entlang, was mit der Zeit auch müde macht … so waren wir froh, als unser nächste Hügel in Sicht kam, der Kaiserstuhl. Im Ort davor kauften wir noch Vesper ein, das wir kurz danach an einem Fluss im Schatten eines Baumes genüsslich verspeisten.

Der Anstieg zog sich länger, als er von unten ausgesehen hatte. Zudem wurde es auch wieder recht warm. Aber wie gewohnt belohnte uns oben eine Wirtschaft mit einem kühlen Getränk. 🙂

Der Rest des Weges führte uns in leichtem Auf und Ab wieder an einem See entlang nach Lungern. Die Überschreitung des Brünigpasses für heute hatten wir uns noch offen gelassen, da es aber immer wärmer wurde, beschlossen wir, in Lungern zu bleiben. Auf der Suche nach unserer Unterkunft erfuhren wir im Ort, dass wir bereits vor einer Weile schon nahe an der Unterkunft vorbei gegangen waren. Also mussten wir wieder zurück laufen. Das haus war schnell gefunden, jedoch öffnete leider niemand auf unser Klingeln hin. Also machten wir uns schweren Herzens wieder auf Richtung Stadtzentrum, um eine andere Herberge aufzusuchen. Wir waren fast dort, da kam uns eine Frau mit fahrrad entgegen, die uns gleich fragte, ob wir Pilger seien. Sie hatte ein indisches zeichen auf der Stirn, so dass ich mir gleich dachte, dass sie die Gastgeberin der Unterkunft ist, bei der wir eben geklingelt haben. Sie lud uns ein doch noch einmal mit ihr zu kommen und da sie sehr angenehm wirkte willigten wir ein.

Die Entscheidung war genau richtig gewesen. Im Haus unserer Gastgeberin ist fast alles indisch eingerichtet, sie hat eine Yoga Initiation und deshalb auch einen indischen Vornamen. Mit hat es dort sehr gut gefallen und sie hat uns abends auch indisch und vegan bekocht. Das Essen war ausgezeichnet und wir waren total begeistert. Zur Feier von Mareikes 18. Geburtstages öffnete sie auch noch einen alkoholfreien Sekt, der sehr lecker war.

So vollgegessen und kugelrund ist es mir einfach zu schwer gefallen, hier noch etwas zu schreiben. 😉


9. Tag: St. Niklausen – Lungern

26 km …

Ein schöner, aber warmer Tag. Viel am See entlang. Am Ende etwas herumgeirrt. Nun in einer tollen Unterkunft und gut bekocht. 

Später mehr … 🙂


8. Tag: Stans – St. Niklausen

15 km

Habe heute Nacht sehr gut geschlafen! 

Nach einem leckeren Frühstück zogen wir wieder weiter. Es ging vor allem bergauf über die Hügel und Wälder. Eine sehr schöne Etappe, jedoch ermüdet das ständige leichte Bergaufgehen doch sehr. Darum waren wir froh, obwohl erst 15 km gelaufen, Haus Bethanien vor uns zu sehen.

Den Nachmittag wollten wir dafür nutzen, uns Flüeli anzusehen, doch schon der Hinweg fiel uns schwer. Hunger hatten wir auch und es dauerte länger, als wir angenommen hatten. Ich hatte gehofft, dass bei solch einem Touristenmagneten die Restaurationen Montags nicht zu hätten, wurde aber schwer enttäuscht … nur ein billiges Bistro, das uns eigentlich gar nicht anmachte, war offen. Der Hunger siegte und wir aßen zumindest ein paar Pommes…

Beim Gedanken, den Weg wieder zurücklaufen zu müssen, graute uns. So nahmen wir den Bus. Von unserem Standort aus konnten wir unser Ziel sehen, aber es lag eben die tiefe Schlucht dazwischen. Mit dem Bus mussten wir dafür erst mal nach Sarnen fahren und von dort wieder hoch nach Niklausen. Wirklich der nächste Weg. Aber wir waren einfach zu k.o.

Jetzt chillen wir hier im Haus Bethanien in der Bibliothek und warten, bis es Abendessen gibt.  🙂


Nachtrag zum 7. Tag

Ich war sehr gespannt auf diese Etappe, da sie das letzte mal so schlimm für mich gewesen ist. 

Ich wollte diesmal den Weg am Hang ausprobieren, dafür aber bei Emmetten den Abstieg nach unten umgehen. Der Weg ab Treib war dann sehr schön, es ging erst einmal gut bergauf, später schön durch den Wald, mit Trampelpfad, so wie ich es liebe. Als wir zu den Abschnitten kamen, an denen es runter ging, hatte ich schon ganz schön Bammel, aber es gab nur 2 kleine Stellen die schlimm für mich waren. 🙂

Im Emmetten liefen wir eine Alternativroute, die ich im Internet gefunden hatte. Es ging noch etwas bergauf, dann aber sehr schön auf der Höhe. Der Abstieg wurde dann noch etwas abenteuerlich, denn er war recht steil und steinig und schien wenig begangen. Hat uns aber viel Spass und Spannung gebracht. 🙂

Der Rest des Weges war eher unspektakulär, durch Beckenried, wo wir vesperten, am See entlang bis kurz vor Stans. Dort hatten wir in einem Bauernhof ein Zimmer reserviert. Es war alles renoviert dort und hat uns gut gefallen.

In Stans ganz schnell den Italiener gefunden und uns dort das wohlverdiente Abendessen schmecken lassen. Dadurch waren wir so müde und kugelrund, dass ich gestern nichts mehr schreiben konnte.

Über den heutigen Tag berichte ich später, jetzt schauen wir uns erst mal Flüeli an. 🙂


7. Tag: Brunnen – Stans

25,2 km

Sind sehr müde, drum heute keine Geschichte. Sind gut in Stans angekommen! 🙂


6. Tag: Einsiedeln – Brunnen

25,5 km

Das Gewitter war ein Schauspiel sondergleichen. Die Regenwand wanderte sichtbar auf uns zu. Vom Fenster aus konnten wir sie gut beobachten. Als sie über uns war prasselte es wie verrückt.  Auch Hagelkörner waren dabei. Der Donner knallte extrem laut auf die grellen Blitze hin. Da waren wir alle recht froh hinter den dicken Klostermauern sitzen zu können.

Duch das frühe Frühstück (6:45 Uhr) kamen wir wieder früh los. Der Regen hatte aufghört, es hatte merklich abgekühlt. Die Wolken und Nebelfetzen zogen nach oben, so dass ich guter Dinge war, dass es nicht mehr regnen würde. Ich sollte recht behalten. 🙂

Etwa 2 Stunden lang wanderten wir in dem ebenen Hochtal am Fluss entlang. Alles roch so frisch und es war angenehm kühl. Danach der Aufstieg zum Hagenegg. Der höchste Punkt des Schweizerischen Jakobswegs! Es ging wieder sehr steil hinauf. Aber da es nicht so heiss war, konnten wir ohne Pause bis nach oben steigen. 

Wir aßen in der Wirtschaft oben zu Mittag und dann ging es, genau so wie bergauf wieder bergab. Das ging ganz schön in die Knie! 

In Schwyz bekam Mareike noch ein kleines Eis zur Stärkung und dann zogen wir noch das letzte Stück zum Kloster Ingenbohl, in dem wir heute übernachten werden. Auch für morgen haben wir schon etwas reserviert, da die Unterkünfte bei Stans etwas rar gesät sind.

Es ist schön, dass einige Pilger unterwegs sind, die wir immer wieder treffen und die die selben Unterkünfte haben. 🙂