Monatsarchiv: April 2011

Die Post war da!

Wir hatten ja eigentlich letztes Jahr vorgehabt, mit dem Zelt zu pilgern, mussten aber dann feststellen, dass das alles viel zu schwer war. Dieses Problem war für uns damit aber nicht erledigt und so haben wir uns Gedanken gemacht, wie man es verwirklichen könnte.

So ging ich im Internet auf die Suche nach einer Alternative und stieß auf verschiedene Möglichkeiten. (Der Esel wurde schnell wieder verworfen, da wir für ihn ja Futter und ggf. Unterkunft brauchen würden. )

Was sich aber anbot, war ein Pilgerwagen. Es wurden viele selbstgebaute vorgestellt, die aber nicht so unseren Vorstellungen entsprachen. Auch machten sie nicht wirklich einen stabilen Eindruck. Ausserdem gibt es ein paar kommerzielle Anbieter, deren Preise uns aber zunächst doch etwas abschreckten. Am Ende haben wir uns aber doch für den Wheelie entschieden, da er sich recht schnell amortisieren würde, gemessen an ca. 4-5 Übernachtungen im Gasthof/Hotel, denn vor Genf ist es mit günstigen Unterkünften nicht gerade reich bestellt und die Schweiz ist bekanntlich nicht billig…

Für mich wäre es auch dahingehend eine mentale Erleichterung, dass wir wirklich unabhängig laufen können, ohne Ortschaften und Unterkünfte planen zu müssen oder Sorge zu haben, dass alles belegt ist.

Am 26. wurde er bestellt und schon gestern kam er bei uns aus den Niederlanden an. Ich habe ihn mal testweise bepackt und es sieht ganz gut aus.  Wie er sich bei Dauerbelastung verhält müssen wir noch sehen, aber ich bin schon jetzt guter Dinge.

Advertisements

Insel Reichenau

Zur Zeit zieht es mich nur noch hinaus und da ist jedes Wochenende mit Regen ein Graus für mich. Dieses Wochenende war aber herrlich sommerlich und so machten wir uns auf, die Insel Reichenau zu besuchen. Geplant war das schon seit ein paar Wochen, ich hatte nur noch auf das ideale Wetter gewartet.

Parken konnten wir kostenlos am Ende des Damms der auf die Reichenau führt, wo wir auch unsere Rundtour begannen. Ausserdem war es der Ausgangspunkt des Multies „Klosterinsel Reichenau“, den wir suchen wollten.

Pirmin, der Gründer des ersten Klosters hier auf der Insel (724 n.Chr.), begrüsste uns freundlich.

Es gab einen Uferweg, auf den wir uns sogleich begaben. Wir mussten hier ständig Radfahrern ausweichen, was ich nicht so toll fand, und ich hoffte, dass das nun nicht den ganzen Tag so gehen würde. Glücklicherweise trat das Problem nach der ersten Kirchbesichtigung nicht mehr auf.

Die erste Kirche war schnell erreicht und auch der Gottesdienst, der darin stattgefunden hatte, war gerade in dem Moment zu Ende, so dass wir uns in Ruhe darin umsehen konnten. Diese Station war auch relevant für den „Gralspilger“-Multi, weswegen wir sie besonders in Augenschein nehmen mussten. Kaum hatten wir das abgeschlossen, sammelte sich vor der Kirche eine Taufgesellschaft. Da hatten wir ja richtig Glück gehabt und waren zur rechten Zeit da gewesen. Etwas früher oder später hätten wir wohl nicht die Kirche von innen ansehen können.

Anschließend wanderten wir weiter auf dem Uferweg bis zum Kloster Reichenau.

In dem kleinen Kräutergärtchen, das man im Vordergrund des Bildes sieht, packten wir unser Vesper aus, denn die ersten hatten schon Hunger.

Mareike und Cindy untersuchten die Beete ganz genau:

Als wir die Klosterkirche umrundeten, entdeckten wir ein vielversprechendes Café. Meine Schwester Sylvia und Didi meinten, sie bräuchten jetzt unbedingt einen Verdauungskaffee und so setzten wir uns dort an einen Tisch. Dabei hatten wir wieder Glück, denn alle Tische waren besetzt und diesen Tisch hatte 2 Schritte vor uns schon ein älteres Ehepaar annektiert. Nach einer Runde umsehen, ob nicht doch noch etwas anderes frei war, war dieser Tisch aber auf einmal wieder frei. Da hatten sich die Herrschaften wohl anders entschieden.

Aus dem ‚Verdauungskaffee‘ wurde dann eine Runde Nachtisch/zweites Mittagessen.

Frisch gestärkt ging es weiter. Die Kinder bekamen erste Ermüdungserscheinungen. Aber ich hatte doch noch sooo viel vor! Da musste mein geplantes Programm wohl oder übel abspecken…

Den westlichen Zipfel der Insel wollte ich aber noch erreichen. Ich fand den Uferweg sehr schön und auch die Kirchen sehr interessant.

Nachdem wir den „Gral“ gefunden haben, machten wir uns auf den Rückweg. Damit er nicht allzu lang wurde, kehrten wir am südlichen Hafen nochmal zur Kaffeepause ein und erholten uns.

Auf dem letzten Stück des Weges fanden wir auch den „Klosterinsel“-Cache und kamen glücklich und zufrieden wieder am Auto an.

Als wir losfuhren winkte uns Pirmin noch zum Abschied zu.

Für uns alle war dies ein schöner Ausflug gewesen, auch die Kinder, die zwischendurch etwas schlapp gemacht hatten, waren froh, dass sie dabei gewesen sind.