Monatsarchiv: Januar 2011

Ausblick

Ich war erstaunt, wie lange die Zugfahrt dauerte, bis wir wieder zu Hause waren. Soo viel waren wir gelaufen? Natürlich fuhr der Zug nicht genau unsere Strecke, aber trotzdem fand ich es sehr lang.

In der Zeit nach unsrem Jakobsweg hätte ich absolut nicht sagen können, ob ich ihn fortsetzen würde. Ich hatte nicht mal Lust bei uns zu Hause wandern zu gehen. Irgendwie war mein Bedarf erst mal gedeckt, obwohl ich das tägliche Wandern auf dem Jakobsweg genossen habe. Sogar das Cachen habe ich erst einmal eingestellt. Ich habe fast 2 Wochen lang nach unserer Heimkehr jede Nacht geträumt, wir wandern und finden keine Unterkunft. Das war ganz schön anstrengend und ging mir nach ein paar Nächten ganz schön auf die Nerven. Da kam eine Sorge zu Tage, die ich auf dem Weg selber eigentlich gar nicht so wahrgenommen hatte. Da ich in der Folgezeit viel anderes um die Ohren hatte, kam ich gar nicht wirklich dazu, mir weiter Gedanken zu machen. Erst jetzt im neuen Jahr beginne ich wieder nach vorne zu sehen und der Wunsch, den Weg fortzusetzen keimt wieder auf…

Was möchte ich in Zukunft anders machen?

  • Die ersten Tage hatte ich einen Ledergürtel an, der zu Druckstellen führte, da der Beckengurt genau darüber lag. Eine meiner Wanderhosen hatte glücklicherweise einen Stoffgürtel dran, so dass ich ihn austauschen konnte. -> Ledergürtel zu Hause lassen.
  • Ich hatte einen Adapterstecker dabei, weil ich dachte, unsere Stecker passen nicht in die schweizer Steckdosen. Das war ein Irrtum und da der Adapter nicht grade leicht war unnötiger Ballast. -> Adapter zu Hause lassen.
  • Die Funktionsunterhosen waren eine Nummer zu gross. -> Kleinere Ausgabe besorgen. Ansonsten perfekt, da ich am letzten Tag eine normale an hatte, an der ich mich prompt wund scheuerte…
  • 2  Halbliterflaschen sind besser als eine Einliterflasche, da man so das Gewicht besser verteilen kann. Anfangs hatten wir je eine 1,5-Liter-Flasche dabei, was viel zu viel ist, da man unterwegs immer wieder nachfüllen konnte und wir am Ende die Flasche gar nicht mehr ganz füllten um Gewicht zu sparen.
  • Im Seidenschlafsack kann ich nicht schlafen. -> normalen Schlafsack mitnehmen, auch wenn das zusätzlich Gewicht ist, er ist jedoch nicht allzu schwer. Ist auch angenehmer, als nur in den Decken zu schlafen die bei Matratzenlagern vorhanden sind (Hygiene).
  • Liederbuch zu Hause lassen, wir haben zum Singen keine Puste übrig gehabt.
  • Mehr Fotos machen, ich habe da doch einiges im Nachhinein vermisst!
  • Besteck/Tassen nicht gebraucht. -> zu Hause lassen.

(Wird noch weiter ergänzt, wenn mir noch etwas einfällt)

Man wird ja oft gefragt: Was hat dir der Weg nun gebracht? Hattest du Erkenntnisse oder vielleicht sogar eine Erleuchtung?

Es gab in der Tat ein Hauptthema, das mich auf diesem Weg begleitet hat. Und zwar die Tatsache, dass ich neben dem realen Rucksack noch fast 2 zusätzliche Rucksäcke an Gewicht mit mir herum schleppe. Und das tagtäglich… Deswegen habe ich mir vorgenommen, sollte ich je wieder auf dem Jakobsweg gehen, dann mit mindestens einem Rucksackgewicht weniger, also 10 kg. Was mir vorher eigentlich nicht so sehr aufgefallen ist, spüre ich jetzt direkt – und das soll weg! Jetzt im Winter fällt mir das leider sehr schwer, aber ich hoffe, dass ich es vor August 2011 noch schaffe.

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