12. Tag: Brienz – Interlaken

Das Frühstück verbrachten wir wieder zusammen mit den Pilgern und halfen ihnen anschliessend noch dabei, ihre Rucksäcke richtig anzupassen. Uns war nämlich aufgefallen, wie schief bei dem älteren Herren der Rucksack gehangen hatte. Sie freuten sich sehr über die Tips und wir verabschiedeten uns voneinander. Vielleicht, meinten sie, würden wir uns ja im nächsten Jahr wieder sehen. Für dieses Jahr war ihr Weg hier zu Ende.

Trotz Regen in der Nacht schaute schon die Sonne raus. Es war dann auch tatsächlich den ganzen Tag schön.

Die Wanderung heute ging ständig auf und ab. Erst viel hoch, dann runter zum nächsten Dorf und wieder von vorn. Also auch recht anstrengend. Gut, dass wir uns das gestern nicht noch angetan haben.

Am Anfang konnte ich nicht so gut laufen. Entweder, weil wir erst um 10 Uhr los kamen, oder weil ich wusste, dies ist der letzte Tag. Überhaupt war ich den ganzen Tag über ganz komisch drauf. Ich hatte irgendwie das Gefühl, ‚umsonst‘ zu laufen, weil es einfach am Abend zu Ende sein würde. Trotzdem freute ich mich auch auf daheim, weil es einiges gab, was mich störte an meiner Ausrüstung und ich das endlich weg haben wollte. Natürlich mit dem Hintergedanken: Sollte ich wieder auf den Weg gehen, dann mit den entsprechenden Verbesserungen.

Lila Pilze – sowas hatte ich zuvor noch nie gesehn!

Auf diesem Weg gab es auch wieder eine Mutprobe für mich: Über einen der Einschnitte am Berg führt eine Hängebrücke aus Metall. Geht man darüber, fängt sie an zu schwingen. Das ist ein so abartiges Gefühl! Dazu kam, dass Didi vor mir ging und es dadurch noch mehr schwankte. Nach den ersten Schritten musste ich erst mal abwarten, bis er drüben war. Und dann gaaaanz langsam Schritt für Schritt rüber. Wenn ich allein gewesen wäre, wäre ich bestimmt umgedreht…

Bald kamen wir in die Vororte von Interlaken. Den ganzen Weg entlang hatten wir schon den Planetenweg begleitet. Hier ist immer wieder ein Planet mit seiner Beschreibung zu sehen. In einem der Vororte war die Sonne als große Kugel aufgestellt und die Entfernung der Planeten entsprach im Maßstab den wirklichen Entfernungen der Planeten.

Die Kirche sah innen ganz urig aus. Als wir dort den Stempel holten, war auch einen Reisegruppe da, die zwar wanderte, aber ohne Gepäck und deren Übernachtung fest gebucht ist. Das sah schon komisch aus, wie der eine 20 Pilgerpässe durchstempelte…Bisschen stillos finde ich diese Art zu pilgern schon, aber manche haben vielleicht auch keine andere Möglichkeit es zu tun.

In Interlaken ging es dann daran eine Unterkunft zu suchen. Die Hotels waren natürlich allesamt zu teuer. Obwohl ich mir geschworen hatte, nie wieder in ein Backpacker zu gehen, schauten wir dann doch hier mal in das hiesige rein. Ich war angenehm überrascht und wir fragten nach Zimmern. Doppelzimmer waren keine mehr frei, aber Mehrbettzimmer. Ausser uns waren noch 3 junge Japanerinnen im Zimmer. Wir legten erst mal ab und machten uns dann auf, Interlaken noch ein bisschen zu erkunden, Mitbringsel zu besorgen und zu schauen, mit was für einem Zug wir heim fahren könnten.

Tageskilometer: 21 km

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