2. Tag: Konstanz – Amlikon

Ich war schon vor 7 Uhr wach und hatte auch schlecht geschlafen – so wie eigentlich immer, wenn ich nicht in meinem Bett schlafen kann…

Das Frühstück war aber ausgezeichnet und wir lernten am Nebentisch den anderen Jakobspilger etwas kennen. Er hatte vor, bis November zu wandern – bis er in Santiago ankommen würde. Das wäre auch mein Ideal, aber momentan einfach nicht machbar. Vielleicht irgendwann mal.

Anschliessend ging es zur Post – den unnötigen Ballast loswerden – was sich auch wirklich lohnte. Immerhin betrug das Porto dann 12 Euro. ^^

Nun konnten wir unseren Weg fortsetzen. Wir schauten uns nochmal das Münster an und suchten den Wegweiser nach Santiago.

Von da an ging es erst einmal eine ganze Weile an der Straße entlang, erst durch Konstanz, dann durch Kreuzlingen. In Kreuzlingen fragte uns eine gestresste Pilgerin nach dem Weg und wir halfen ihr so gut wir konnten (sie wollte zunächst nicht in die selbe Richtung wie wir).

Endlich konnten wir die Stadt verlassen und gelangten in einen wunderschönen Tobel, in dem der Jakobsweg von einem Kreuzweg begleitet wurde.

Auch ein Multi-Cache war hiermit verbunden (GCP62D), den wir später erfolgreich hoben.

Am Ende stiegen wir zur Bernrainkapelle hinauf, wo uns ein netter Pater einen Stempel für unseren Ausweis anbot. Lustig war, als er uns beteuerte, er wisse ja, wie scharf die Pilger auf die Stempel seien.

Weiter ging es durch Wäldchen und über Landstraßen, bis meine Füße so weh taten, dass ich ein Päuschen brauchte. Im Schatten auf einer Wiese machten wir es uns gemütlich. Doch ohweh! Das Aufstehen danach war fast noch schlimmer, als das bisschen Fußschmerzen davor! Wir sollten die Erfahrung machen, dass das noch ein paar Tage lang der Fall sein würde, aber nach ein paar 100 Metern wieder nachließ und sich alles wieder normal anfühlte.

In der Nähe der Ruine Schleifenrain überholte uns der Pilger, den wir in Konstanz kennen gelernt hatten. Das ist schon witzig, wie man sich immer wieder einholt, überholt, zuwinkt, ein paar Worte tauscht. Man kennt sich, aber eigentlich ja auch wieder gar nicht.

Bei der Ruine wollten wir auch einen Multi suchen, haben ihn aber leider nicht gefunden. Dafür aber leider irgendwo dort meine Sonnenbrille verloren. Wir haben noch danach gesucht, aber auch sie blieb vor uns verborgen.

In Märstetten haben wir einen kleinen Umweg gemacht, weil wir noch die Kirche anschauen wollten. Auch einen Stempel gab es dort. Unser Marschtempo scheint ganz gut zu sein, denn es stimmt relativ genau mit den Zeiten auf dem Wegweisern überein. Das hat uns sehr gefreut, zeigt es doch, dass wir uns, obwohl wir gemütlich wandern, doch in einem normalen Tempo befinden. Ausserdem können wir uns so auf die Angaben auf den Schildern verlassen.

Da wir nicht mehr den weiten Weg zum Jakobsweg zurück gehen wollten, sind wir ein Stück die Hauptstrasse entlang gelaufen, bis der Pilgerweg wieder kreuzte. Amlikon war unser Ziel.

Der erste Gasthof in dem wir dort nach einem Zimmer fragten war schon ausgebucht, aber der Wirt schickte uns die Straße hinauf zum Schlafen im Stroh. Das wäre sowieso unsere Alternative gewesen und so meisterten wir das letzte Stück noch, das ganz schon bergauf führte. Oben angekommen, saßen schon 3 andere Pilger dort am Tisch und erholten sich. Einer davon war unser Pilger aus Konstanz und die andere Pilgerin hatte wir auch schon unterwegs mal an uns vorbeirauschen sehen. Das ist natürlich schön, wenn man dann abends mal gemütlich zusammensitzen kann um sich auszutauschen. Ich war sehr gespannt, wie das mit dem Schlafen im Stroh wohl ablaufen und aussehen würde. Als ich dann den Heuschober sah, war ich angenehm überrascht. So groß! Es waren unten richtige Kojen im Stroh bereitet und oben auf einer Art Bühne standen Feldbetten mit Decken.

Wir suchten uns die Feldbetten aus, da wir ja unsere Schlafsäcke nach Hause geschickt haben…

Wir unterhielten uns alle noch sehr angeregt, bis es dunkel wurde und alle müde in ihre Betten fielen.

Tageskilometer: 20 km

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