Irlandreise – 11. Tag

Da die Kinder mit dem Wandern so gar nicht warm wurden, ich dahingehend aber noch einiges vor hatte, beschlossen wir, die Kinder einmal zu Hause zu lassen und nur zu zweit los zu marschieren. Dazu hatte ich wieder eine Strecke aus unserem netten Wanderführer heraus gesucht. ^^

Zu Beginn gabs auch einen schönen Weg, den wir aber schon nach kurzer Zeit verlassen sollten und uns quasi an einen Waldsaum halten sollten. Da wir das aber erst zu spät richtig übersetzten, waren wir schon ein Stück weiter und versuchten das dann einfach abzukürzen, indem wir uns selber einen Weg nach oben suchten.

Hier ging es über Weiden, auf die, ausser Schafen, kaum mal einer einen Fuss setzte. Verfallene Häuser dienten ihnen als Regen- und Kälteschutz. Oft fanden wir in deren Nähe auch tote Schafe die halb verwest waren…

Auf den unteren Wiesen war das Vorankommen noch relativ gut und trocken. Jedoch wussten wir, wir müssen hoch hinauf auf den Höhenzug, der sich über uns erstreckte. Tapfer kletterten wir den Steilhang hinauf und merkten schon bald, dass der Untergrund immer nasser wurde. In den kleinen Terrassen, die überall durch die Schafe entstanden waren, sammelte sich das Wasser und man merkte, dass der Boden den Regen der letzten Tage nur ungern frei geben wollte. Ab und an gab es Felsüberhänge, die nicht einfach zu umrunden waren. So kostete uns der Aufstieg schon relativ viel Kraft, was unseren Spass und Abenteuergeist aber nicht im mindesten störte.

Eeendlich kamen wir oben an.

Doch nicht eine bombastische Aussicht erwartete uns, sondern eine Waschküche, die uns umfing und die Suche nach dem erhofften Weg sehr schwer machte.

Hier oben gab es keine schöne Bergwiese, sondern ein Hochmoor, das zwar nicht sumpfig war, aber dessen Torf so vollgesogen mit Wasser war, dass in kürzester Zeit meine Turnschuhe nur noch ein reines Fußbad – ehm … Moorbad waren.

Es war natürlich auch entsprechend anstrengend, dieses zu überqueren, da sich Grasbüschel, die festem Untergrund boten, mit Wasserlöchern abwechselten.

Hier sind wir schon in einem Bereich, der schon eher wieder an eine Wiese erinnerte. Aber wir wollten unbedingt noch weiter, auf den eigentlichen Gipfel. Vor dem Aufstieg stärkten wir uns noch mit unserem Vesper und dann ging es, einem steilem Schafzaun entlang, hinauf. Hier hätte ich fast aufgegeben, denn die Steigung war schon recht heftig. Trotzdem – ich wollte es schaffen! Langsam, Fuss vor Fuss, immer wieder mit kleinen Pausen, rangen wir dem Berg die Meter ab. Je höher wir kamen, desto dichter wurde auch der Nebel/die Wolken.

Wir wussten immer nur in etwa, welche Himmelsrichtung (dank iphone mit Kompass möglich) wir laut Wanderführer nehmen mussten. Weg gab es keinen. Auf dem Bild oben sieht man schön die Grassoden, auf denen wir uns fortbewegten. In die Wasserlöcher darunter konnten wir nicht mehr treten, da sie recht tief waren. Verlaufen konnten wir uns nicht, da der Hügel eigentlich nicht sonderlich gross war. Trotzdem waren wir gespannt, wo wir herauskommen würden, und hofften, dass wir nicht plötzlich oben an einer Steilwand stehen würden.

Aber alles klappte wunderbar und wir konnten über Wiesenterrassen langsam gen Tal klettern/springen/wandern. Und auf einmal – wir trauten unseren Augen kaum, gab es sogar eine Wegmarkierung!

Wir folgten ihr gespannt und kamen auch tatsächlich in etwa da heraus wo wir laut Führer landen sollten. Die angemalten Stangen lagen teilweise am Boden oder waren abgebrochen. Wir haben sie dann, so gut es ging, wieder so hineingesteckt, das nachfolgende Wanderer sich an ihnen wieder orientieren können würden.

Auf der Strasse unten wanderten wir dann zu unserem Auto zurück. Erst hier auf dem Teer wurde es unangenehm anstrengend für Füße und Beine. Über Stock und Stein verbraucht man sicher mehr Kalorien, aber man macht ständig so unterschiedliche Bewegungen, dass man nicht viel davon merkt. Die gleichförmige Bewegung auf der Strasse jedoch war nicht schön und wir waren froh, das Auto endlich zu erreichen.

Wir haben diesen Tag sehr genossen und sehr viel Spass gehabt. Das ist genau das, was wir beide brauchen: Abenteuer, sich aufeinander verlassen können, sich gegenseitig was zutrauen und ausprobieren.

Auch die Kinder hatten ihren ‚freien‘ Tag genossen, wie wir bei unserer Rückkehr erfuhren.

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