Monatsarchiv: Mai 2010

Irlandreise – 11. Tag

Da die Kinder mit dem Wandern so gar nicht warm wurden, ich dahingehend aber noch einiges vor hatte, beschlossen wir, die Kinder einmal zu Hause zu lassen und nur zu zweit los zu marschieren. Dazu hatte ich wieder eine Strecke aus unserem netten Wanderführer heraus gesucht. ^^

Zu Beginn gabs auch einen schönen Weg, den wir aber schon nach kurzer Zeit verlassen sollten und uns quasi an einen Waldsaum halten sollten. Da wir das aber erst zu spät richtig übersetzten, waren wir schon ein Stück weiter und versuchten das dann einfach abzukürzen, indem wir uns selber einen Weg nach oben suchten.

Hier ging es über Weiden, auf die, ausser Schafen, kaum mal einer einen Fuss setzte. Verfallene Häuser dienten ihnen als Regen- und Kälteschutz. Oft fanden wir in deren Nähe auch tote Schafe die halb verwest waren…

Auf den unteren Wiesen war das Vorankommen noch relativ gut und trocken. Jedoch wussten wir, wir müssen hoch hinauf auf den Höhenzug, der sich über uns erstreckte. Tapfer kletterten wir den Steilhang hinauf und merkten schon bald, dass der Untergrund immer nasser wurde. In den kleinen Terrassen, die überall durch die Schafe entstanden waren, sammelte sich das Wasser und man merkte, dass der Boden den Regen der letzten Tage nur ungern frei geben wollte. Ab und an gab es Felsüberhänge, die nicht einfach zu umrunden waren. So kostete uns der Aufstieg schon relativ viel Kraft, was unseren Spass und Abenteuergeist aber nicht im mindesten störte.

Eeendlich kamen wir oben an.

Doch nicht eine bombastische Aussicht erwartete uns, sondern eine Waschküche, die uns umfing und die Suche nach dem erhofften Weg sehr schwer machte.

Hier oben gab es keine schöne Bergwiese, sondern ein Hochmoor, das zwar nicht sumpfig war, aber dessen Torf so vollgesogen mit Wasser war, dass in kürzester Zeit meine Turnschuhe nur noch ein reines Fußbad – ehm … Moorbad waren.

Es war natürlich auch entsprechend anstrengend, dieses zu überqueren, da sich Grasbüschel, die festem Untergrund boten, mit Wasserlöchern abwechselten.

Hier sind wir schon in einem Bereich, der schon eher wieder an eine Wiese erinnerte. Aber wir wollten unbedingt noch weiter, auf den eigentlichen Gipfel. Vor dem Aufstieg stärkten wir uns noch mit unserem Vesper und dann ging es, einem steilem Schafzaun entlang, hinauf. Hier hätte ich fast aufgegeben, denn die Steigung war schon recht heftig. Trotzdem – ich wollte es schaffen! Langsam, Fuss vor Fuss, immer wieder mit kleinen Pausen, rangen wir dem Berg die Meter ab. Je höher wir kamen, desto dichter wurde auch der Nebel/die Wolken.

Wir wussten immer nur in etwa, welche Himmelsrichtung (dank iphone mit Kompass möglich) wir laut Wanderführer nehmen mussten. Weg gab es keinen. Auf dem Bild oben sieht man schön die Grassoden, auf denen wir uns fortbewegten. In die Wasserlöcher darunter konnten wir nicht mehr treten, da sie recht tief waren. Verlaufen konnten wir uns nicht, da der Hügel eigentlich nicht sonderlich gross war. Trotzdem waren wir gespannt, wo wir herauskommen würden, und hofften, dass wir nicht plötzlich oben an einer Steilwand stehen würden.

Aber alles klappte wunderbar und wir konnten über Wiesenterrassen langsam gen Tal klettern/springen/wandern. Und auf einmal – wir trauten unseren Augen kaum, gab es sogar eine Wegmarkierung!

Wir folgten ihr gespannt und kamen auch tatsächlich in etwa da heraus wo wir laut Führer landen sollten. Die angemalten Stangen lagen teilweise am Boden oder waren abgebrochen. Wir haben sie dann, so gut es ging, wieder so hineingesteckt, das nachfolgende Wanderer sich an ihnen wieder orientieren können würden.

Auf der Strasse unten wanderten wir dann zu unserem Auto zurück. Erst hier auf dem Teer wurde es unangenehm anstrengend für Füße und Beine. Über Stock und Stein verbraucht man sicher mehr Kalorien, aber man macht ständig so unterschiedliche Bewegungen, dass man nicht viel davon merkt. Die gleichförmige Bewegung auf der Strasse jedoch war nicht schön und wir waren froh, das Auto endlich zu erreichen.

Wir haben diesen Tag sehr genossen und sehr viel Spass gehabt. Das ist genau das, was wir beide brauchen: Abenteuer, sich aufeinander verlassen können, sich gegenseitig was zutrauen und ausprobieren.

Auch die Kinder hatten ihren ‚freien‘ Tag genossen, wie wir bei unserer Rückkehr erfuhren.


Irlandreise – 10. Tag

Heute bin ich mal vor allen anderen aufgewacht. Irgendwie hatte ich auf einmal Schiss, zu den Moherklippen zu fahren, die heute geplant waren, und sah schon alle möglichen Abstürze vor meinem inneren Auge…

Wir fuhren aber natürlich trotzdem. Lukas klagte auf der Fahrt über Übelkeit. Wir beschlossen, Halt zu machen und die Crag Cave zu besuchen, in der Hoffnung, dass es ihm danach wieder besser geht. Das war dann auch der Fall – nachdem er dort vor den Eingang gekotzt hatte.

Die Höhle war sehr interessant. Leider nuschelte die Führerin in einem Dialekt, den man kaum verstand, was etwas schade war. Außerdem hatte ich meinen Fotoapparat im Auto gelassen, weil ich dachte, es gibt nichts fotografierenswertes, was sich aber als Fehler herausstellte.

Wir fuhren anschliessend weiter. Die Fahrt zog sich ganz schön. Bei leichtem Regen waren wir losgefahren, jedoch war hinter Limerick noch alles trocken, was uns frohlocken liess.

Die Moherklippen selber fand ich enttäuschend, bezogen auf das was ich von früher in Erinnerung hatte. Am Parkplatz mussten wir 8 Euro zahlen und auch an den Klippen gab es lauter neue Souvenirläden und ein Restaurant. So hatte ich das gar nicht in Erinnerung…

Auch oben bei den Klippen war das meiste abgesperrt (was mir persönlich aber nur Recht war).

Etwas unbefriedigt fuhren wir wieder gen Killarney, hielten aber zwischendurch noch am Strand bei  Lahinch an und liefen dort entlang. Da es auch einige Quallen angeschwemmt hatte, mussten Didi, Lukas und Mareike, die barfuß liefen, gut aufpassen. Es war Flut und der Strand wurde langsam schmaler. Als wir ihn dann gerade über ein paar Felsen verlassen wollten, um auf die Mole zu kommen, schwappte eine Welle so hoch, dass Lukas‘ Hose ganz nass wurde, was ihn sehr frustrierte.

Zum Trost versprachen wir, zum Abendessen ins McDonalds zu gehen, was wir dann auch in die Tat umsetzten. So klang der Tag doch noch ganz harmonisch aus.


Irlandreise – 9. Tag

Wieder mal stand Wandern auf dem Programm. Ich hatte die Tour aus einem der kleinen Wanderführer heraus gesucht. 3 Stunden waren dafür angegeben, das sollte doch für unsere Kinder schaffbar sein!

Nun gibt es aber in Irland keine so tollen Wanderführer wie bei uns und schon gar keine ausgeschilderten/markierten Wege dafür. Im Führer war eine grobe Skizze des Weges und eine Beschreibung wo man in etwas dafür laufen musste. Da es um einen See (Lough Guitane) herum gehen sollte, konnten die Steigungen wohl auch nicht so heftig sein.

Bis zu einem Hof ging es ganz gut. Dann standen wir plötzlich vor einer Schranke, die den Durchgang verbot. Dahinter sahen wir 2 neuere Häuser, die jedoch leer standen. Das sollten wohl mal Ferienhäuser werden, die dann anscheinend keine Käufer gefunden haben… Das Tal ist eigentlich recht hübsch, aber wenig erschlossen. Schade eigentlich, denn sie sahen recht modern und geräumig aus (ja – wir sind trotz Verbotsschild drumherum gegangen ). Ein weiteres lag dann noch ein Stück entfernt, das dem ersten wie ein Ei dem anderen glich.

Leider konnten wir den eigentlichen Weg nicht ausfindig machen, so dass wir einfach dem Schafsweg dahinter folgten. Der führte uns aber nicht unbedingt zurück an den See, so dass wir irgendwann beschlossen, über die Wiesen Richtung See zu laufen. Das war dann doch recht anstrengend, da es viele Felsen und eine Bachlauf gab, die wir erklettern/überspringen mussten.

Didi und mir machte das großen Spass, den Kindern aber irgendwann nicht mehr… Als wir endlich wieder eine feste Strasse erreichten, waren sie total erschöpft und erst die Hälfte des Sees war umrundet.

Den Rest des Weges fanden wir wie im Führer beschrieben, aber dadurch, dass die Kinder nicht mehr wollten, war er fast eine Qual. Wir beiden Erwachsenen waren eigentlich grade erst warm gelaufen…

Nach der Wanderung waren wir noch im grossen Tesco einkaufen. Meine Jeans waren durch, so dass ich mir eine neue zulegte und auch Mareike und Didi suchten sich welche aus.

Zum Abendessen gab es Lachs und Gemüsereis. Im Fernsehen kam dann noch der Grand Prix de la Chanson. Deutschland hat tatsächlich gewonnen, weiss gar nicht so recht, warum. Irland war vor- oder drittletzter, was ich nicht so recht verstanden habe. Deren Lied war eigentlich ganz gut.


Irlandreise – 8. Tag

Vormittags schliefen wir etwas länger aus und genossen auch mal das faul sein.

Da ich aber untätiges Herumsitzten nicht lange aushalte, wo es doch sooo viel noch zu sehen gibt in der Umgebung, fuhren wir am Nachmittag zum Ross Castle.

Es besteht hauptsächlich nur aus diesem Turm, in dem die Familie und ihre Untergebenen damals wohnten. Dies bekamen wir in einer interessanten Führung alles gezeigt und erklärt. Innen ist der Turm seit kurzem renoviert und in etwas so ausgestattet, wie es früher mal ausgesehen haben könnte.

(zum Vergrößern anklicken)

Wir überlegten noch, ob wir auch eine Bootsfahrt (20 Euro/Std.) machen sollten, entschieden uns aber dann dagegen, weil das Wetter nicht so toll war.

Stattdessen gingen wir in Killarney bummeln, kauften ein T-Shirt und einen Wanderstock für Mareike, für Lukas ein Sweatshirt und für mich ein dickes Buch, da mir fernsehen am Abend zu langweilig ist.


Irlandreise – 7. Tag

Heute waren wir im Gap of Dunloe wandern. Da das Tal quasi vor der Haustüre beginnt, konnten wir direkt starten und liessen das Auto für heute mal stehen.

Didi liess sich von einem der Cart Driver überreden, uns hinauf zu fahren. 50 Euro kostete das für uns 3, und Mareike, die  hinterher reiten durfte, nochmal 15 Euro. Ich fand das ganz schön heftig, obwohl wir schon etwas herunter gehandelt hatten, aber es ist Urlaub und wir wollten auch mal mit so einem Wagen fahren.

Auf dem Weg nach oben hat uns der Kutscher einen Haufen Geschichten rund um die Seen erzählt, deren Wahrheitsgehalt wir aber kräftig anzweifelten.

Den letzten Rest zur Spitze mussten wir dann noch selber wandern, für das arme Pferd wäre das dann wohl doch zu steil gewesen. Es sah nicht weit aus und auch nicht steil, forderte aber doch einige Kräfte, was wir aber erst auf dem Rückweg merkten. Ganz oben angekommen vesperten wir und genossen die Aussicht auf die andere Seite. Der Wind war sehr kalt uns stark hier auf dem Grat, so dass wir uns in den Windschatten einiger grosser Steine setzen mussten.

Den Rückweg wollten wir komplett laufen. Da es ja nur bergab gehen würde, dachten wir, das wäre gut zu schaffen. Leider hatten wir mal wieder die Rechnung ohne unsere Kinder gemacht, die schon bald keine Lust mehr hatten. Ich versuchte, sie dadurch bei der Stange zu halten, indem ich eine kleine Geschichte erzählte, in der sie die Hauptpersonen waren und damit die Story weiter ging, mussten sie zwischendurch als Protagonisten kleine Aufgaben (Quests) erledigen, wie z.B. eine gelbe Blume finden, 5 glitzernde Kieselsteine, etc. Das klappte ganz gut und sie waren eine gute Weile wieder voll dabei. Als wir dann endlich beim ‚Ausgang‘ des Tals ankamen, waren wir alle 4 doch recht müde und freuten uns auf unser Heim.

Abends kochten wir uns Kartoffeln mit Quark. Da wir aber keinen Quark im Tesco gefunden hatten (und ich später herausbekommen habe, dass es so etwas in Irland gar nicht gibt), versuchte ich es mit Crème Fraîche. Es schmeckte total lecker und war weggefuttert wie nix!

Im Fernsehen schauten wir uns noch die Ländervorentscheidung des Grand Prix der Eurovision an. Früher haben wir das immer angeschaut, jetzt aber schon einige Jahre nicht mehr. Ich war erstaunt, wie viele Länder inzwischen daran teilnehmen und auch die Regeln wurden seitdem geändert.


Irlandreise – 6. Tag

Heute sind wir den Ring of Kerry entlang gefahren. Wir haben uns viel Zeit gelassen und oft angehalten.

Unser erster Halt war beim Ballycarberry Castle. Der Wind war hier an der Küste recht stark und vor allem kalt, so dass wir froh über den Windschatten der Mauern waren.

Von vorne sah es noch weniger spektakulär aus:

Wir kletterten durch das Gemäuer…

… und erreichten die Rückseite, die uns sichtlich überraschte!

Ich mag solche Mauern total und konnte mich nicht satt sehen. Die Kinder wagten es sogar, hinauf zu klettern, ich nur bis auf halbe Höhe, dann war mir das ganze doch zu unsicher.

Am Strand trafen wir dann noch eine Irin, die dort Seespinat sammelte. Wir kamen ins Gespräch und sie erzählte, dass sie auch schon in Deutschland gelebt hatte und dass wir eine ganz tolle Zeit erwischt hätten vom Wetter her, die letzten Jahre sei es immer kalt und regnerisch gewesen.

Was mich auch immer wieder inne halten liess auf unseren Wegen, waren die hübschen Blumen und Pflanzen, die überall die Steine übersäten.

Weitere Stationen waren das Cahergall Stone Fort:

Hier sahen wir unseren ersten Fingerhut, es sollten im Verlauf des Urlaubs noch weitere folgen. Sie wirken hier so völlig unberührt und ich war total begeistert ihn entdeckt zu haben. Bei uns ist er ja doch eher selten anzutreffen.

Mit einer kleinen Fähre fuhren wir auf die Valentia Island:

Das war schon ein kleines Erlebnis, da auf die Fähre nur ganz wenig Autos (6-8) passten.

Auf der Insel schauten wir uns einen alten Schiefersteinbruch an.

(zum Vergrössern anklicken)

In Sklavenarbeit wurde hier früher der Schiefer abgebaut, z.B.  für das Unter- und Oberhaus in London oder die Pariser Oper. In einer Felsnische oberhalb kann man eine Marienstatue erkennen und es finden hier gelegentlich sogar kirchliche Messen satt.

Wir kletterten auf die Felsen, die seitlich hinaufragten und genossen dort unser Picknick. Die Aussicht war wunderschön, leider geben die Fotos das nur ansatzweise wieder.

Unterhalb der Grotte am Strand gab es eine Stelle, an der die Spuren eines Urtieres versteinert zu sehen sind.

Verlassen haben wir die Insel über die Brücke am südlichen Ende.

Auf der folgenden Strasse gab es einige schöne Aussichtspunkte.

 

In Waterford aßen wir im „Huntsman“ zu Mittag (eigentlich schon Nachmittag ^^). Das Lokal wurde uns im Führer empfohlen. Es hat wirklich vorzüglich geschmeckt, war aber auch entsprechend teuer.

Die nächste Station war dann Derrynane House, das wir trotz lautem Protest der Kinder doch noch anschauen wollten. Sie waren inzwischen recht müde und wollten nicht mehr laufen.

Hinein konnten wir nicht mehr, da schon geschlossen war, aber den wunderschönen Park konnten wir noch besichtigen.

Es gab auch einen Naturlehrpfad, dem wir folgten. Er brachte uns ans Meer mit einem wunderschönen Strand. Auf einmal fiel alle Müdigkeit von den Kindern ab und wir liefen gemütlich am Strand entlang, suchten Muscheln und schöne Steine und genossen die Abendbrise.

Da es nun schon spät war, beschlossen wir nur noch zu unserem Ferienhaus heim zu fahren und sonst nichts mehr zu besichtigen. Es war ein sehr schöner, wenn auch anstrengender, Tag gewesen.


Irlandreise – 5. Tag

Vormittags haben wir noch ausgespannt – alle fühlten sich doch noch etwas erschöpft von der langen Wanderung am Vortag.

Nachmittags dann holten wir die Muckross Farms nach, die ich ja eigentlich gestern noch vorgehabt hatte.

Hier kann man sehen, wie die Bauern der Umgebung vor ca. 100 Jahren gelebt haben.
Dazu gab es auch viele Tiere zu sehen, unter anderem junge Ferkelchen

und junge Hunde, die es besonders Mareike angetan hatten. Am liebsten hätte sie einen davon mitgenommen. 🙂

Besonders fasziniert hat die Kinder ein Schmied, der in einer kleinen Schmiede demonstrierte, wie so ein Schmied damals gearbeitet hat und er fertigte auch kleine Dinge an, die man kaufen konnte.

So verbrachten wir eine gute Stunde dort und beobachteten die Herstellung einer Toast-Gabel, die die beiden dann glücklich erstanden. smile

Abends gab es dann Spaghetti. Die Bolognese-Soße aus dem Glas war zwar alles andere als Bolognese (kein Fleisch drin), aber geschmeckt hat es trotzdem lecker!